Sonntag, 2. Februar 2014

Brauchtum und Bauernregeln zu Maria Lichtmeß

Mit dem Lichtmeßtag endet offiziell das kirchliche Weihnachtsfest. An diesem Tag entledigte man sich nicht nur der Christbäume, es war auch der Tag, an dem das Dienstpersonal seinen Arbeitgeber wechseln durfte.
Der Lichtmeßtag gilt dem Bauern auch als untrüglicher Lostag für die kommende Heu-und Getreideernte. Ein Lostag allerdings, wie er unterschiedlicher nicht interpretiert werden kann. Der Kärntner Brauchtumspapst der 40er Jahre Dr.Georg Graber hat dem Lichtmeßtag als Lostag folgende Eigenschaften zuschrieben: Ist am Lichtmeßtag schleches Wetter, wird auch die folgende Ernte schlecht, scheint allerdings die Sonne wird der folgende Sommer eine reiche Ernte bringen.  Andere Bauernregeln besagen genau das Gegenteil: "Scheint an Lichtmeß die Sonne klar, gibts noch späten Frost und kein fruchtbar Jahr, doch wenns an Lichtmeß stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit".
Bei den Schneemengen diesmal in Kärnten, kann man also auf ein baldiges Frühjahr hoffen.
Anscheinend hat es um den Lichtmeßtag aber immer schon Wetterkapriolen gegeben. So gibt es in Bad Eisenkappel am Abend vor Maria Lichtmeß das Kirchleintragen. Dieser Brauch wurde zur Erinnerung an eine große Hochwasserkatastrophe eingeführt, bei welcher die ganze Ortschaft überschwemmt wurde und nur die Kirche Maria Dorn verschont blieb, in der viele Ortsbewohner Schutz gesucht hatten.


Die Kirche feiert am 2. Februar Maria Lichtmeß oder das Fest der "Darstellung des Herrn" mit Kerzenopfer, Kerzenweihe und dem Blasiussegen. Im alten Testament galt die Frau nach der Geburt eines Kindes 40 Tage als unrein und musste sich im Tempel einem Reinigungsritual mit Opfergaben unterziehen. Dementsprechend brachten auch Maria und Josef ihren erstgeborenen Sohn Jesus in den Tempel wo er als Erlöser erkannt wurde: "Licht, das den Heiden leuchtet" rief Simeon, weshalb bei dem im 4.Jahrhundert in Jerusalem entstandenen Fest wie im gesamten Weihnachtsfestkreis die Lichtsymbolik eine besondere Rolle spielt.

Der hl.Blasius, dessen Namensfest am 3.Februar gefeiert wird, gehört zu den 14 Nothelfern. Über Blasius wird berichtet, dass er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben rettete. Deshalb erteilt die Kirche den Blasiussegen zum Schutz gegen Halskrankheiten.

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