Das Fastentuch in der Leonhardikirche aus dem Jahr 1520
Im Kulturmagazin 08/o9, herausgegeben von der " Kärnten Werbung", das übrigens auch in unserem Gemeindeamt aufliegt, widmet sich ein Beitrag den Fastentüchern in Kärnten.
Leider wurde in diesem Bericht das Fastentuch in der Leonhardikirche, das zu den drei ältesten und bemerkenswertesten in Kärnten zählt, nicht erwähnt.
Die Bedeutung der Fasten-oder Hungertücher, wie sie auch genannt wurden, hängt mit der mittelalterlichen Bußpraxis zusammen. Es war seit altchristlicher Zeit üblich, Büßer für eine bestimmte Zeit von der Feier der Eucharistie auszuschließen. Aus dieser Praxis heraus entwickelte sich ein Verständnis, demzufolge sich in der Fastenzeit die gesamte Gottesdienstgemeinde als Büßer verstand und sich freiwillig vom Altargeschehen ausschloss. Dazu wurden meist im Chorbogen Tücher auzfgezogen. Die anfangs schmucklosen, verhüllenden Tücher wurden im Laufe der Zeit immer mehr künstlerisch ausgestaltet. Mit Darstellungen der Heilsgeschichte erhielten die Fastentücher auch eine dekorierende und lehrende Funktion. Sie halfen den Predigern mittels Bilder, die Glaubenswahrheiten besser zu verstehen.
Wie ein altes Fres

ko wirkt das Fastentuch aus dem Jahr 1520 in der Leonhardikirche, das von der Kirche in Reichenfels stammt und 1915 von der Pfarre St. Leonhard übernommen wurde.
Seitdem bildet es auf einen Holzrahmen gespannt einen hervorragenden Schmuck der linken Wand des Chorquadrates.
Ausschnitt aus dem Fastentuch, das Hofrat Dr. Schnerich in der Carinthia 1912 folgend beschrieb: Bild 5 " Adam ackert, Eva spinnt"
Es zeigt Adam beim bearbeiten des Ackers und Eva beim spinnen der Wolle nach der Vertreibung aus dem Paradies.
Kurz und bündig beschrieben, vielleicht ein wenig hintergründig, meint
derRaunzer.
